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Mittwoch, 16. August 2017

Auf der Fährte eines Spurensuchers

WIEN.

Drei Tage noch, dann geht es wieder los. Meine Gedanken kreisen in alten Bahnen um Packprobleme. Welche Schuhe? Wieviele T-Shirts? Schaffe ich es, mit dem kleineren Rucksack auszukommen? Gleichzeitig das Gefühl der Unwirklichkeit. Im Kopf lauter Namen von Orten - Belgrad, Timisoara, Calafat, Skopje, Ohrid. Eine Landkarte mit sich verschiebenden Routen. Bilder, gemalt von Buchstaben, in meiner Fantasie. Vor einer Woche habe ich begonnen "Balkanbeat" von Michael Obert zu lesen. Der Bericht einer Reise vor elf Jahren, in den Südosten, wie ich. Obert war nicht einfach nur auf Reisen, er war auf der Suche, nach Patrick Leigh Fermor, den es wiederum in dieselbe Richtung gezogen hat, allerdings vor über 80 Jahren. Fermor war zu Fuß unterwegs durch ein zerbrechendes Europa, Obert reiste durch einen sich langsam wieder zusammensetzenden Scherbenhaufen, den die Balkankriege zurückgelassen hatten, und ich - ... ich hänge am Haken von Oberts Worten und an dem meiner Neugier. Das Interrail-Ticket liegt auf meinem Schreibtisch, 7 Fahrtage innerhalb eines Monats. Zuerst wollte ich alles sehen, Rumänien, Bulgarien, das schwarze Meer, den gesamten Balkan und am besten auch noch Griechenland. Doch je weiter ich Oberts Reise mitverfolge, umso mehr will ich die Orte sehen, die er, oder besser: die ihn gefunden haben vor zehn Jahren. Ich habe alle Möglichkeiten - warum also nicht, zumindest auszugsweise, den verblassten Fußabdrücken eines Spurensuchers folgen?




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